Horseback Riding Vacations at the Horse Holiday Farm

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Jeden Tag im Sattel
Ein Deutscher lebt mit seinen Irish Huntern in Irland

Text: Daniele David
Fotos: Christiane Slawik


Faszinierend:
"Die großartige Landschaft Irlands hat es mir angetan",
sagt Tilman Anhold über seine neue Heimat


Colette und Tilman Anhold






Fast wie ein eigenes Pferd:
Die Feriengäste erhalten für die Dauer des Aufenthaltes "ihr" Pferd zugeteilt

 

 

 


Galopp am Strand
Das Grundstück der Horse Holiday Farm grenzt direkt ans Meer









Irish Hunter:
"Sie sind robust, mutig und schnell", sagt Tilman Anhold über seine Lieblingsrasse

 

 
33 Jahre ist es her, seit Tilman Anhold seine Koffer gepackt hat und nach Irland ausgewandert ist. Dort hat er sich mit der «Horse Holiday Farm» in County Sligo eine neue Existenz aufgebaut — und diesen Schritt nie bereut.

Tilman Anhold ist ein viel beschäftigter Mann. Ihn beispielsweise ans Telefon zu bekommen, ist gar nicht so einfach. In einem Betrieb mit 80 Pferden wundert das nicht. Da gibt es immer etwas zu tun und zu organisieren. Der Deutsche hat in den letzten Jahrzehnten in Grange in County Sligo im Nordwesten von Irland eine Farm für Reiterferien aufgebaut. «Ich führe viele der Gästeritte selbst», erklärt der Pferdemann. Das ist nicht unbedingt üblich. Wenn Wanderreitunternehmen gut laufen, klinken sich die ehemaligen Begründer beim Reiten oft aus — sei es aus organisatorischen oder Zeit-Gründen — und Mitarbeiter übernehmen die Rittführung. «Nein, mir macht das immer noch Spaß mit den Leuten»,versichert Tilman. «Es vergeht kaum ein Tag, wo ich nicht im Sattel sitze.»

Fasziniert von der keltischen Mystik
« Die großartige Landschaft Irlands hat es mir angetan», erzählt der 63-jährige, die unendliche Weite, die man mit dem Pferd erspüren kann, das berühmte irische Grün, die Hochmoore, diese Vielfalt der Natur und natürlich der Strand.» Sein Grundstück grenzt direkt ans Meer, wo er mit seinen Gästen den Wellen hinterher galoppiert.
Geboren ist Tilman Anhold 1942 in Pommern. Die Familie flüchtete in den Kriegswirren 1945 in den Westen. So wuchs er in Niedersachsen auf — im Land der Hannoveraner. Seine reiterliche Ausbildung erhielt er bei einer der ersten Adressen in diesem traditionsreichen Pferdeland: am Landesgestüt Celle. «Dort habe ich das Reiten von der Pike auf gelernt», erinnert sich der Auswanderer. Schon sein Vater war ein passionierter Reiter und hatte gute Kontakte zu den Gestütsleitern. Die Familie war in der Pferdewelt zuhause. Als junger Mann lernte er Kaufmann, arbeitete als Drogist wie sein Vater. Dann machte er das Abitur nach und studierte Betriebswirtschaft. Noch während des Studiums reiste er zum ersten Mal nach Irland in Urlaub. «Die keltische Mystik faszinierte mich», erklärt er. «Ich fühlte mich zu den nordischen Ländern mehr hingezogen als zum Süden.»
Auf dem Rücken eines Pferdes ritt er durch Irland, wurde überall herzlich aufgenommen, war überwältigt von der irischen Gastfreundschaft. Immer gab es einen Platz für ihn und sein Pferd. Da war es letztendlich um ihn geschehen. Er wollte etwas Neues machen. Irland erschien ihm da als ideale Möglichkeit. Das war Anfang der 70er-Jahre. Und die Gegend, wo er seinen ersten Irland-Urlaub verbrachte, ist keine 30 Kilometer entfernt von dem Ort, wo er heute lebt.

Vor 30 Jahren war Land in Irland noch billig
1973 zog er ganz nach Irland. Zwei Jahre später kaufte er Grund und Boden. 19000 Pfund musste er damals dafür berappen. Ein Kredit von einer deutschen Bank machte es möglich. «Zu dieser Zeit war das Land in Irland noch billig», erinnert sich der Aussteiger. «Heute ist unser Grund vielleicht das 5Ofache wert.» Irland, das einstige Armenhaus Europas, hat in den vergangenen 20 Jahren eine rasante wirtschaftliche Entwicklung vollzogen und legt inzwischen bessere Wirtschaftseckdaten vor als Deutschland. Tilman hat — ohne es zu ahnen —auf ein «Aufsteiger-Land» gesetzt.
« Die Leute wurden zwar reich hier», schildert er die Entwicklung, «aber sie blieben die Alten. Sie schätzen ihre individuelle Freiheit über alles.» Wenn er von den Iren spricht, kommt er regelrecht ins Schwärmen. «Die Leute sind unwahrscheinlich gut. Sie sind offen. Sie helfen einander. Vor allem leben sie in einer großen Verbundenheit mit Pferden und der Natur. Hier halten die Lkw auf der Strasse, wenn wir mit den Pferden ankommen. Wo gibt es denn so was noch?»
Aber nicht nur die Leute und die irische Landschaft spielten eine Rolle in seiner «irischen Leidenschaft» — auch die Liebe:
Sie heißt Colette. Natürlich eine Irin. Bei seinem zweiten Irland-Urlaub haben sie sich kennen gelernt.1975 heirateten die beiden. Seitdem führen Colette und Tilman Anhold die «Horse Holiday Farm» gemeinsam. «Colette macht die schwere Arbeit und ich trage die Verantwortung», witzelt der Deutsche. Früher ist seine Ehefrau auch intensiv geritten, doch seit einem Skiunfall geht das nicht mehr.
Mit zwölf Pferden, Warmblütern und Halbblütern, hatte er angefangen. Zu Beginn war es wie ein üblicher Reitbetrieb mit Unterricht. «Das habe ich aber dann schnell wieder sein lassen, das war es nicht», weiss Tilman noch. Dann setzte er eine Idee um, die er «Jedem sein eigenes Pferd» nennt und die er bis heute praktiziert. « Bei uns können Gäste Reiterferien machen und bekommen dafür ihr, <eigenes> Pferd, das ich sorgfältig für sie auswähle», erläutert Tilman seine Philosophie. «Jeder Reiter holt sein Pferd selbst von der Weide, füttert und putzt es, sattelt selbst, kümmert sich eben um das Tier.» So soll der Reitgast mit seinem Pferd eine wirkliche Beziehung aufbauen. «Mal eben einen Zwei-Stunden-Ausritt und dann wieder weg — gibt es bei mir nicht», sagt er und schüttelt den Kopf.
Die Gäste sind durchschnittlich eine Woche mit ihrem Pferd zusammen. Entweder gehen sie auf einen Wanderritt von Farm zu Farm oder sie bleiben auf dem Reiterhof «Horse Holiday Farm» und machen täglich Sternritte. «Mir ist klar, dass das ein Nischenmarkt ist für Gäste, die sich nicht zu fein sind, alles ums Pferd selbst zu machen», ist sich Tilman bewusst. Zu Beginn kamen 80 Prozent der Gäste aus Deutschland. Inzwischen ist das Publikum internationaler geworden. Etwa 50 Prozent kommen aus den USA und Großbritannien, des Weiteren auch viele Skandinavier unter den Gästen. «Aber ohne unsere Stammkundschaft, die über 60 Prozent ausmacht, ginge es nicht», versichert Tilman. «Neue Kunden zu akquirieren, ist schwierig und kostspielig, wie etwa ein Stand auf der Equitana, was wir früher noch gemacht haben.» Der Betrieb beschäftigt heute vier Mitarbeiter.
Positiv für sein Unternehmen sind die zahlreichen Billigflieger, die seit einigen Jahren auf dem Markt sind. Das macht die Anreise für die Kunden preisgünstiger. «Wir hatten aber auch Tiefs», kann sich der Reitunternehmer noch gut erinnern. «Da gab es die Maul- und Klauenseuche oder auch 9/11, die Anschläge in New York. Vier Jahre lang gingen deshalb die Buchungszahlen nach unten. Aber das ist seit 2005 zum Glück wieder überwunden. Wie in der gesamten Reisebranche hat sich auch für die «Horse-Holiday-Farm» der Kontakt zum Kunden durch das Internet verändert. «Rund 80 Prozent buchen heute bei uns direkt übers Internet», lässt Tilman wissen.
Besondere Freude macht ihm bei seiner Arbeit seine Selbständigkeit und seine Unabhängigkeit. «Sicherlich gibt es auch mal schwierige Kunden», gesteht er, «aber das ist selten. Wir sind eben burschikos, nehmen das dann sportlich und diese Meckerer nicht ganz für voll», schmunzelt er.


Überzeugt vom Irish Hunter
Tilman Anhold blickt auf seine Pferde. 80 sind es an der Zahl. Das ganze Jahr über stehen sie auf der Weide, Tag und Nacht. «Daher haben sie einen klaren Kopf», davon ist Tilman überzeugt. Zu seiner Herde zählen verschiedene Rassen, wie einige Connemaras, zwei deutsche Holsteiner-Stuten und auch 14 Tinker. «Die sind seit vier bis fünf Jahren sehr gefragt», berichtet Tilman. Der große Teil seiner Pferde aber sind Irische Hunter mit einem Stockmaß von 145 bis 170 cm. Die Hunter haben es ihm angetan. Sie sind robust und schnell. Tilman züchtet nebenbei auch selbst. Fünf Hunter Zuchtstuten hat er dafür. Mehr geht nicht, da sich die Pferde nur gut ausgebildet verkaufen lassen, und das kostet viel Zeit und Arbeit. «Niemand will heute mehr ein rohes Pferd kaufen», erklärt Tilman den Pferdemarkt. "Aber für einen guten fünf- bis zehnjährigen Hunter zahlen Kunden durchaus 10000 bis 15000 Euro."
Die Grafschaft Sligo ist nun auch das Zuhause von Tilman Anhold. Er fühlt sich voll integriert. Gerne geht er auch mal ins Pub. «Das gefällt mir so gut hier: Man geht rein und egal, wer man ist: Die Leute sind freundlich, fragen einen, woher man kommt, was man macht. Da spielt es keine Rolle, ob man Deutscher ist oder sonst ein Ausländer. Da fühle ich mich wirklich wohl», erzählt Tilman.
Was würde er Aussteige-Willigen raten? «Das ist schwer zu sagen, denn Irland ist inzwischen viel teurer geworden als Deutschland», meint Tilman. «Wichtig ist, dass man weiss, wo man seine Kunden herbekommt. Land, Gebäude und Pferde zu kaufen, geht heute nicht mehr ohne Eigenkapital.» Ans Aufgeben hat er all die Jahre nie gedacht, versichert Tilman Anhold. «Inzwischen mache ich jetzt etwas langsamer. Wir möchten nicht weiter expandieren, sondern das Unternehmen weiter konsolidieren. Alles sozusagen noch etwas einfacher machen.» Seine zwei Söhne, ebenfalls begeisterte Reiter, sind bereits erwachsen und haben ihre eigenen Berufe. Er weiss nicht, ob einer der beiden den Hof einmal übernehmen wird. «Aber daran denke ich noch lange nicht. Ich mache so lange, wie es geht», sagt der Deutsche in Irland. „Eins steht aber fest: Meinen irischen Lebensstil werde ich jedenfalls nie aufgeben!»



Tilman and Colette Anhold
Horse Holiday Farm Ltd.
Grange County Sligo Ireland
Telephone : (071) 9166152
Fax : (071) 9166400
From Europe Telephone : 00 353 71 9166152
Fax : 00 353 71 9166400


The Horse Holiday Farm is Bord Fáilte (Irish Tourist Board) approved and
a member of A.I.R.E., the Association of Irish Riding Establishments.

 
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